
Innerhalb von Stunden waren die für Junggesellen und geschiedene Männer gedachten Kurse für "Haushaltsführung nach ökonomischen und familiären Gesichtspunkten" ausgebucht.
Bei den Kursen werden die Teilnehmer unter anderem damit vertraut gemacht, wie man fachgerecht bügelt, die Wohnung in Ordnung hält und wie man preiswert einkauft. Vermittelt werden weiters grundlegende Kochkenntnisse.
Zum Abschluss der "Home Manager"-Ausbildung wird ein "Master"-Titel verliehen. Fiorenzo Bresciani aus Lucca, der bei den Kursen das fachgerechte Bügeln lehrt, findet die 120 Euro Kursgebühr gut angelegt: "Was die Männer bei uns lernen, hilft ihnen nicht nur, in ihrem Haushalt Zeit und Geld zu sparen. Es vermittelt ihnen auch ein neues Selbstwertgefühl."
Bresciani ist Präsident der "Italienischen Bewegung der Hausmänner", die mittlerweile in ganz Italien an die 40.000 Mitglieder hat. Vermitteln will Bresciani seinen Geschlechtsgenossen ein "neues Bild vom Mann, das sich deutlich von übernommenen patriarchalischen Wertvorstellungen abhebt".
Die Abkehr vom Macho-Image bedeutet aber nicht die Abkehr vom weiblichen Geschlecht. Bresciani: "Wir suchen natürlich den Dialog mit den Frauen, beweisen aber auch, dass wir von ihnen unabhängig sein können, soweit es den Haushalt betrifft."
Generell interessieren sich die italienischen Männer zunehmend für die Mitarbeit im Haushalt. Erübrigte der durchschnittliche Italiener noch vor 14 Jahren täglich nur 15 Minuten für die Mitarbeit im Haushalt, so wendet er heute fast das Doppelte an Zeit dafür auf. Die Hauptlast trägt in italienischen Haushalten aber nach wie vor die Frau: durchschnittlich 80 Minuten pro Tag.
Tratto da: http://www.nachrichten.at/weltspiegel/246776?PHPSESSID=24057218d96e3b1b9e40a8259dae4b62
OÖNachrichten vom 10.02.2004
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