Hausfrauen/Hausmänner

Vorbeugen für den Fall der Fälle

Wer den ganzen Tag zu Hause verbringt – zumal mit Kindern – hat ein gehöriges Stück Arbeit, die Wohnung auf Vordermann zu bringen und zu halten. Doch wie bei so vielen Dingen wird das Geleistete erst ersichtlich, wenn es nicht mehr erbracht wird: Fallen Hausfrauen und Hausmänner vorübergehend oder dauerhaft aus, muss ein Ersatz teuer bezahlt werden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung speziell für Hausleute kann die finanziellen Folgen erträglich machen.

Der Bandscheibenvorfall von Torsten K. war nicht nur medizinisch ein Desaster. Während seine Frau als leitende Angestellte für das Haushaltseinkommen sorgte, hatte er sich um die Wohnung und die drei Kinder gekümmert. Über Monate hinweg konnte sich der Hausmann jedoch kaum rühren - und fiel trotz Operation und Rehabilitation als “guter Geist” des Hauses praktisch aus. Seine Frau konnte und wollte ihren Beruf aber nicht allein deshalb an den Nagel hängen. Also entschieden sich die beiden, eine Haushaltshilfe einzustellen – was nicht billig ist.

“Wenn die Arbeitskraft im Haushalt nicht mehr ausreicht, kostet eine Vollzeitkraft für Hausarbeit und Kinderbetreuung selten unter 1600 Euro im Monat”, ermittelte die Stiftung Warentest. Deshalb brauche auch, wer sich ausschließlich um den Haushalt kümmere, eine finanzielle Absicherung durch den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Warentester haben eine Reihe von Assekuranzen ausfindig gemacht, die auch Hausfrauen und Hausmänner absichern. Von den 64 untersuchten Versicherungen für Hausfrauen und Hausmänner bieten jedoch nur wenige einen Jahresrentenbetrag von mehr als durchschnittlich 12000 Euro. An der Spitze liegen die Alte Leipziger (18000 Euro) und die Mannheimer (16200 Euro). Nur 6000 Euro jährlich lassen sich der Untersuchung zufolge beispielsweise mit Arag und Interrisk sichern – im Ernstfall lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ein Zuschuss für die Kosten der Haushaltsarbeit, die sonst nicht mehr erledigt würde.

Versichern sollte sich jeder, von “dessen Arbeitskraft er selbst oder andere abhängen”, raten die Tester. Für Hausfrauen und -männer gelte das vor allem, wenn sie täglich ein hohes Arbeitsvolumen bewältigen.

Dabei sei ein möglichst lang laufender Vertrag mit möglichst hoher Rente bei Berufsunfähigkeit zu erwägen. Empfohlen wird eine Laufzeit bis zum 60. Lebensjahr bei einer Rente von mindestens 12000 Euro pro Jahr. Zu achten sei auch darauf, dass die Berufsunfähigkeit und nicht generell die Erwerbsunfähigkeit versichert wird. Der Grund: Als berufsunfähig gilt, wer “zu mindestens 50 Prozent aus gesundheitlichen Gründen” nicht mehr in der Lage ist, in seinem Beruf zu arbeiten, in diesem Fall also als Hausmann oder Hausfrau. Erwerbsunfähig ist hingegen, wer in “keinem Beruf mehr täglich bis zu zwei oder drei Stunden tätig sein kann”. Die Voraussetzungen für den Bezug einer Berufsunfähigkeitsrente sind also wesentlich geringer.

“Zwischen 40 und 70 Euro im Monat” müssten 30-Jährige als Beitrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung einkalkulieren, heißt es in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest. Damit könnten sie sich bis zu ihrem 60. Geburtstag eine Rente von monatlich 1000 Euro sichern – ein hoher Preis zwar, aber immerhin “für ein wertvolles Gut: die Arbeitskraft”. Damit sei es möglich, ein “totales Desaster für die Familie zu verhindern”.

alo

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