Im Netzkästcnen Der Italienische Hausmann

Sie sind ein munterer Haufen, die italienischen Hausmänner , und sie haben ein Hauptziel: Ihren Geschlechtsgenossen die Vorteile des Daseins „a casa” nahe zu bringen. Das zeigen sie auch auf ihrer Home page www.uominicasalinghi.it, Augenzwinkern inklusive.

Seit mehr als drei Jahren gibt es den Verein der Uomini Casalinghi, der Hausmänner. Sein Sitz ist Pietrasanta in der Toskana, unweit des Marmorstädtchens Carrara, Rund 4000 Italiener von Milano bis Palermo sind im Verein organisiert. Etwa 40000 Männer jeden Alters auf der Appeninhalbinsel schmeißen laut Statistik Haushalt und Familie. Tendenz steigend, trotz des kräftigen südländischen Machismo. Die beachtliche Liste bisheriger Presseveröffentlichungen im In- und Ausland, auch auf der Homepage zu finden, illustriert das Interesse der Öffentlichkeit am Exoten Hausmann. Mit Hilfe ihrer Website kann der Hausmann in spe sich über die Vielfalt der Hausarbeit informieren. Er kann Kurse buchen, in denen er lernt, die Blusen seiner Frau korrekt zu bügeln oder die kryptische Anleitung der Waschmaschine zu peilen. Er kann aber auch das volle Programm wählen und sich für den Master in Sachen Haushaltsführung anmelden, der übrigens in Kooperation mit einer deutschen Haushaltsgerätefirma (Miele) angeboten wird.

Doch damit nicht genug: Der unbeschäftigte Hausmann kann sich auf der Homepage über die neuesten, schicksten Reiseziele schlau machen, Buchbesprechungen meist über sozial-gesellschaftliche Themen abrufen oder Fitnessübungen im Haushalt ausfindig machen. Das aber erst, wenn er sich die zehn Hinweise, wie man (n) nicht zunimmt, zu Gemüte geführt hat. Und wenn er einmal keine Idee hat, was er seinen Lieben auftischen soll, dann kann der Hausmann das „Piatto del giorno”, das Tagesgericht, abrufen. Der passende Wein wird ebenso empfohlen. Doch auch ernsten Themen widmet sich die Site, so gibt es beispielsweise Essays über häusliche Gewalt.

Last but not least: Wer 20 Büro berappt, bekommt ein Riesen-Waschpaket zugeschickt. Inhalt sind diverse Waschmittel, ökologisch abbaubar, die exklusiv vom Hausmänner -Verein vertrieben werden. Das „Rezept” stammt aus der guten alten Zeit, von den Großmüttern überliefert, die damals noch am Waschstein stehen mus.sten. Es enthält, unteranderem, Asche. Und es wäscht richtiggut.

Telsche Peters

Sonntag 22 Mai 2005

Gmouder Tagespost

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