Urteile: Umschüler und Hausmänner zu Kindesunterhalt verpflichtet

Die Zahl der nur bei Mama oder Papa lebenden Kinder steigt stetig an. Oftmals zahlt der nicht erziehende Elternteil aber keinen Unterhalt für seinen Nachwuchs. Zwei neuen Urteilen zufolge entbinden aber weder eine Umschulung noch eine Tätigkeit als Hausmann von den finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Kindern.




Das Oberlandesgericht Jena hat einen 33-jährigen Umschüler zur Nachzahlung des Unterhalts für sein minderjähriges Kind verurteilt (Az.: 1 UF 101/03). Der Mann hatte unter Hinweis auf seine neue Ausbildung die finanzielle Unterstützung eingestellt.

In den Augen der Richter befreit eine Umschulung den säumigen Zahler nicht von seiner Unterhaltspflicht. Dies sei nur der Fall, wenn die Maßnahme das Ziel habe, erstmals eine abgeschlossene Berufsausbildung zu erlangen. Notfalls müsse der Vater daher auch Aushilfs- oder Gelegenheitsarbeiten annehmen.

Das Oberlandesgericht Hamm verpflichtete einen arbeitslosen Trockenbauer zur Nachzahlung von insgesamt 2895 Euro (Az.: 11 UF 72/03). Dieser hatte unter anderem geltend gemacht, er müsse sich als Hausmann um sein vierjähriges Kind aus zweiter Ehe kümmern.

Nach Auffassung des Gerichts sind Unterhaltsansprüche minderjähriger Kinder aus verschiedenen Ehen aber gleichrangig. Auch die Tätigkeit als Hausmann befreie den 40-Jährigen nicht von seinen Pflichten aus erster Ehe. Vielmehr müsse sich seine neue Familie finanziell auf die bestehenden Unterhaltsansprüche einstellen.

Fonte: www.alleinerziehend.net/

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